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5 Erschreckende Einblicke in Jobcenter

ArbeitsamtQuelle: Wikimedia

Deutschland beruht auf dem System der sozialen Marktwirtschaft. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine mildere Form der freien Marktwirtschaft. Der Unterschied ist die soziale Absicherung der Menschen, die jeden Tag zur Arbeit gehen. Auslöser war die industrielle Revolution, die zahlreiche Opfer unter den „kleinen Bürgern“ forderte: Wer in der Fabrik verunglückte und nicht mehr arbeitsfähig war, war zum Untergang verdammt. Unter der Regie von Otto Bismarck wurde das bis heute existierende Sozialsystem eingeführt. Es besteht aus einer Reihe staatlicher Versicherungen, zu denen auch die Arbeitslosenversicherung zählt. Dabei zahlen Arbeitgeber und Angestellte monatlich Beiträge in die Versicherung ein. Sicherlich ist dies nicht so spannend wie ein Abend im Online-Casino, aber es hilft zuverlässig vor Notsituationen.

All dies ist lange her. Das System der staatlichen Sozialversicherungen existiert bis heute. Tatsächlich beinhaltet es mehr als nur finanzielle Mittel. So sollen Arbeitslose dabei unterstützt werden, wieder eine Arbeit zu finden. Zu diesem Zweck gibt es in Deutschland Jobcenter. Leider ist gut gemeint nicht immer gut gemacht – eine Wahrheit, die sich bei den Jobcentern auf erschreckende Weise zeigt. Beispiele gefällig?

1. Keine Unterstützung wegen einer zurückliegenden Krankheit

Otto Pankel (Name geändert) konnte auf eine erfolgreiche Karriere in seinem Beruf zurückblicken. Er wurde von Vorgesetzten, Kollegen und Kunden geschätzt. Niemand wusste von den Schlafstörungen und Panikattacken, die ihn heimsuchten. Es dauerte Jahre, bis eine schwere Depression diagnostiziert wurde. Pankel unterzog sich einer Therapie, die äußerst positiv verlief. Am Ende wurde er als geheilt entlassen. Alles schien bestens zu funktionieren – bis er seinen Job verlor. Er meldete sich beim Jobcenter, um Leistungen und Hilfe bei der Arbeitssuche zu erhalten. Dabei wurde er gefragt, weshalb er mehrere Monate im Krankenstand gewesen war. Pankel beantwortete die Frage wahrheitsgemäß. Die zuständige Sachbearbeiterin teilte ihm daraufhin mit, dass er aufgrund seiner Krankheitsgeschichte nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar wäre. Er solle einfach das Arbeitslosengeld beziehen und danach Hartz IV beantragen. Pankel war zu diesem Zeitpunkt Mitte 30 und alles andere als arbeitsunwillig oder leistungsunfähig. Er verließ das Jobcenter und startete eine erfolgreiche Laufbahn als Selbstständiger.

2. „Wissen Sie, wie man Putzeimer schreibt?“

Für Aufsehen sorgte der Fall einer Mutter, die Hartz IV bezog. Sie wurde vom Jobcenter auf eine Weiterbildungsmaßnahme geschickt. Nun sind Fortbildungen prinzipiell eine gute Sache. Was der Dame dort widerfuhr, lässt sich aber bestenfalls als Unverschämtheit bezeichnen: Sie musste Arbeitsblätter ausfüllen, auf denen Zeichnungen zu sehen waren. Darunter eine Katze, eine Kerze und ein Putzeimer. Ziel war es, herauszufinden, ob sie in der Lage war, Putzeimer mit tz und Kerze mit z zu schreiben. Der Fall wurde publik, als ihre erboste Tochter ein Foto des Arbeitsblattes auf Twitter postete. Darunter schrieb sie, dass dies eine Erniedrigung für erwachsene intelligente Menschen wäre.

PutzeimerQuelle: Wikimedia

Es ist kein Geheimnis, dass Arbeitslosigkeit Angehörige jedes Berufes treffen kann: vom Ingenieur über die Krankenschwester bis zum Maurer. Solchen Menschen Dummheit zu unterstellen, ist ebenso unverschämt wie beleidigend. „Wir bringen Ihnen bei, wie man Putzeimer richtig schreibt“ als Weiterbildung zu titulieren, ist an Menschenverachtung nicht zu übertreffen. Insbesondere, wenn man die Betroffenen mit der Androhung von Sanktionen dazu zwingt, diese Prozedur über sich ergehen zu lassen. Leider markiert die Geschichte nicht annähernd den Höhepunkt von dem, was möglich ist. Das nächste Beispiel belegt dies sehr deutlich:

3. Eine Banane als Antwort

Empfänger von Arbeitslosengeld unterliegen gewissen Verpflichtungen. Dazu zählt auch das regelmäßige Erscheinen im Jobcenter. Ein Mann aus Berlin-Kreuzberg konnte dies aufgrund einer längeren Krankheit nicht tun. Das Jobcenter beschloss daraufhin, ihm die Leistungen um 60 Prozent zu kürzen. Der verbleibende Betrag reichte nicht aus, um Essen zu kaufen. So bat der Mann seine Ansprechpartnerin um Lebensmittelmarken. Sie überreichte ihm eine Banane und meinte: „Jetzt haben sie etwas.“

4. Eine ältere Frau sollte Dienst an der Waffe leisten

Ein Erlebnis der ganz anderen Art hatte eine 62-jährige Frau. Auch sie wurde vom Jobcenter in Berlin-Kreuzberg betreut. Dieses wollte die Dame zu einer Umschulung zur Pförtnerin zwingen. Die Stellenbeschreibung wies explizit darauf hin, dass die Tätigkeit mit Waffengebrauch verbunden und für Soldaten geeignet wäre. Die alte Dame wandte sich hilfesuchend an einen Berliner Abgeordneten, der sie davor bewahrte, mit einer Schusswaffe hantieren zu müssen.

5. Langeweile auf Staatskosten

In Süddeutschland sollte ein Arbeitsloser an einer Wiedereingliederungsmaßnahme teilnehmen. Dazu musste er sich mehrere Wochen lang in ein Berufsbildungsinstitut begeben, das eng mit dem zuständigen Jobcenter kooperierte. In den ersten beiden Wochen wurde ihm der Umgang mit Software wie Microsoft Word und Power Point beigebracht. Hinzu kamen Vorträge über Arbeitsrecht. In der dritten Woche hatte das Institut offenbar seine Ressourcen aufgebraucht. Von nun an bestand die Wiedereingliederung darin, den ganzen Tag mit anderen Arbeitslosen in einem Zimmer zu sitzen. Die Dozenten sah er nur auf dem Weg zur Toilette, wo sie mit Kaffeetassen herumstanden und sich über Gott und die Welt unterhielten. Er verbrachte die nächsten Wochen damit, sich (auf Staatskosten) zu langweilen, bis er schließlich durch Eigeninitiative eine Arbeit fand. Wie er selbst sagte, hätte er gerne mehr aus der Zeit herausgeholt, Dinge gelernt, seinen Horizont erweitert und neue Fähigkeiten erworben. Mit Ausnahme des Computerkurses schien dies jedoch nicht auf dem Programm zu stehen. Die einzige Abwechslung war der Besuch einer Kommunikationsdozentin, die den Arbeitslosen erklärte, dass man Desinteresse effektiv dadurch ausdrücken könne, indem man den Gegenüber anschwieg. Es gibt wohl bessere Wege, Steuergelder zu verschwenden. Das Bildungsinstitut hat mittlerweile Konkurs angemeldet. Immerhin eine gute Nachricht.

Fazit: Etwas läuft schief

Als Otto Bismarck die staatlichen Sozialversicherungen schuf, begründete er ein funktionierendes Sozialsystem. Das Prinzip ist einfach: In guten Zeiten wird einbezahlt, in schlechten Zeiten erhält man Hilfe. Das bedeutet, dass jeder, der heute Arbeitslosengeld erhält, irgendwann dafür gearbeitet (und bezahlt) hat. Empfänger von Arbeitslosengeld pauschal als dumm oder faul abzustempeln, ist ebenso falsch wie unverschämt. Diese Tatsache haben manche Mitarbeiter/-innen von Jobcentern noch nicht begriffen. Wie sonst ließe sich das stellenweise menschenverachtende Verhalten erklären, das manche von ihnen an den Tag legen?

Es bleibt die traurige Erkenntnis, dass die Leistungsgesellschaft sich genau darüber definiert. Wer nicht mehr leisten kann, hat seinen Wert für die Gesellschaft verloren. Er wird verachtet, wie Abfall behandelt, und erhält eine Banane in die Hand gedrückt. Damit sind wir zu einer Situation zurückgekehrt, die Bismarck dazu veranlasste, das Sozialsystem zu gründen. Was er wohl dazu sagen würde, dass seine Schöpfung mittlerweile genau das tut, wovor sie die Menschen beschützen sollte?

Die Tatsache, dass die zivilisatorische Reife einer Gesellschaft sich darin zeigt, wie sie mit ihren Schwachen umgeht, muss nicht im Widerspruch zum Leistungsgedanken stehen. Vielmehr wäre ein „Wer geleistet hat, darf auch Leistungen beziehen“ als Motto angebracht – ein Wissen, das man nicht wie einen Mantel ablegt, wenn man das Haus verlässt. Erst recht nicht, wenn der anschließende Weg zur Arbeit im Jobcenter führt.

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