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Dieser Comedian hat 20.000 Beziehungen zerstört (und ist stolz darauf)

Paare Quelle: Wikimedia

Was waren das für schöne Zeiten, als Ehemänner nur Angst vor dem Briefträger und Brad Pitt haben mussten? Es waren kleine Sorgen, denn der Postbote war selbst verheiratet und Brad Pitt wohnte weit weg. Getreu dem Motto „Das Böse ist immer und überall“ taucht nun ein 28-jähriger Schotte auf, um systematisch Beziehungen in Staub zu verwandeln. Darf er das überhaupt? Hier ist ein Blick in die Welt eines Mannes, der auszog, um Standesämter arm und Scheidungsrichter reich zu machen. Werden Hochzeitssänger künftig ihren Lebensunterhalt im Online-Casino bestreiten?

Gnade ist ausverkauft

Der Darth Vader der Romantik heißt mit bürgerlichem Namen Daniel Sloss. Sein Feldzug gegen die Romeos und Julias dieser Welt findet in Form einer Comedy-Show namens Jigsaw statt. Diese wird seit Ende 2018 auf Netflix ausgestrahlt. Die Erfolgsbilanz: 20.000 Paare haben sich nach der Show getrennt. Plus 75 Scheidungen und 65 aufgelöste Verlobungen. Woher diese Zahlen kommen? Von Besuchern der Show! Diese informieren Sloss getreulich, wenn ihre Liebe die abendfüllende Show nicht überstanden hat. Nicht nur, dass das Böse überall ist, es führt auch Tagebuch! Nun kommt die Show nach Deutschland. Wird die Zahl der Singles hierzulande in astronomische Höhen schießen? Ist das Land der Dichter und Denker zum Aussterben verdammt, weil ein Schotte weltweit die Liebe ausradiert? Fragen über Fragen, auf die es noch keine Antwort gibt. Darum ist es Zeit, einen Blick auf die Gefahr zu werfen. An der Stelle ist eine Warnung angebracht: Der folgende Text könnte Ihnen einen Termin beim Scheidungsrichter einbringen.

Von hinten durch die Brust

Wer bei Daniel Sloss einen Frontalangriff auf das Beziehungsglück erwartet, sieht sich getäuscht. Stattdessen beginnt der Comedian sein Abendprogramm mit vermeintlich harmlosen Witzen über Ernährungsgewohnheiten. So müssen erst einmal Veganer dran glauben, wenn der Love-Killer die Bühne betritt. Die Krux: In vielen Paaren ernährt der weibliche Teil sich vegan oder empfindet zumindest Sympathien dafür. Es ist eine dezente Annäherung an das eigentliche Thema: Passen wir gut zusammen? Männer sollten vorsichtig sein. Wer zu laut über Veganer lacht, könnte bei seiner Partnerin Unwohlsein hervorrufen.

Nach etwa einer halben Stunde geht es dann zur Sache. Sloss vergleicht das (Beziehungs-)Leben mit einem Puzzlespiel. Die Menschen würden die einzelnen Puzzleteile besitzen, ohne zu wissen, wie sie zusammengehören. Also baut sich jeder sein eigenes Bild. Die einzelnen Bausteine stellen dabei Freunde, Verwandte, Hobbys und – sie erraten es – den Partner dar. Dieser nimmt eine zentrale Rolle im Gesamtbild ein. Er ist das Mittelstück, um das sich alles andere gruppiert. Es ist die Stelle, an der viele Besucher der Show zustimmend nicken – eine verständliche Reaktion, auch wenn sie damit ihr Schicksal besiegelt haben. Sie sind zu Hänsel und Gretel geworden, die das Lebkuchenhaus bestaunen.

Sloss tut dies geschickt, indem er darauf hinweist, dass die Rolle des Partners als zentrales Puzzlestück mittelfristig zu Problemen führt. Das ist dann der Fall, wenn klar wird, dass er mehr ist. Dass er ein eigenes Puzzle darstellt. Mit anderen Worten: Er ist zu groß, um die zugedachte Rolle einzunehmen. Die Folge: Er wird mit aller Kraft in das bestehende Puzzle hineingepresst. Was nicht passt, wird passend gemacht oder zumindest versucht.

Es ist der Moment, an der sich im Publikum erstes Unbehagen bemerkbar macht. Müsste er nicht nett zur Schwiegermutter sein, obwohl er sie nicht ausstehen kann? Wieso muss sie mit ihm Fußball schauen, wo sie doch lieber auf die Schlagerparty gehen würde? Und wieso darf er sein Lieblingshemd nicht mehr tragen? Nur, weil sie es peinlich findet? Ganz zu schweigen davon, dass sie so gerne eine Katze hätte, er aber keine Tiere mag. Wieso verbiege ich mich eigentlich für ihn? Wieso kann sie mich nicht einfach so lieben, wie ich bin? Es ist der Moment, an dem Sloss die Leute dort hat, wo er sie haben möchte.

Der Moment der Wahrheit

An dieser Stelle stellt der Schotte zwei entscheidende Fragen: Waren die letzten fünf Jahre mit dem Partner Zeitverschwendung? Bedeutet ein Festhalten an dieser Beziehung, dass ich den Rest meines Lebens vergeude? Als ob dies nicht reichen würde, feuert der Liebestöter aus Schottland nun mit Beziehungsratschlägen, die so sicher zur Scheidung führen, wie der Nebel nach London findet. Beispielsweise erklärt er es zur Grundregel, dass man in einer Beziehung keine Kompromisse eingehen sollte. Dazu kommt die Wasserstoffbombe der Neuzeit: „Man kann nur dann eine glückliche Beziehung führen, wenn man sich selbst zu 100 Prozent liebt!“ Das Problem ist, dass Menschen, die sich selbst vollständig lieben, so selten wie Einhörner sind. Sie sollen existieren, aber gesehen hat man noch keinen von ihnen. Am Ende gehen die Besucher nach Hause und – trennen sich. Zumindest viele von Ihnen. Hänsel und Gretel sind im Ofen verbrannt und Schneewittchen am Apfel erstickt.

Quo vadis Romantik?

Unterm Strich ist Daniel Sloss ein schlauer Bursche, der es geschickt versteht, seine Zuschauer dorthin zu führen, wo er sie haben möchte. Gäbe es einen Preis für Anti-Paartherapie, er wäre dem Schotten sicher. Er macht Schwachstellen in den Köpfen der Menschen ausfindig und seziert sie. Sicherlich trennen sich nicht alle Paare, nachdem sie seine Show gesehen haben. Viele widersprechen seinen Ansichten. Das ändert jedoch nichts daran, dass er in manchen Punkten recht hat. Zudem profitiert er davon, dass Menschen Dinge lieber wegwerfen, anstatt sie zu reparieren. Wie es aussieht, braucht Amor warme Kleidung.

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