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Menschenhandel auf Facebook und Co.

Menschenhandel auf Facebook und Co.Quelle: C-Fam

Menschenhandel ist vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. So zeugen Berichte aus der Vergangenheit von Sklavenmärkten, auf denen Menschen wie Vieh gehandelt wurden. Sie wurden an den Meistbietenden verschachert, um dann ein Dasein als Sklave zu fristen. Die Filmindustrie hat das Bild der exotischen Schönheit, die spärlich bekleidet den Bietern gegenübertritt, in unzähligen Filmen präsentiert. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei. Wer heutzutage Geld verdienen und Nervenkitzel erleben möchte, findet bessere Wege dazu. Wege, die moralisch vertretbar sind und keine Menschenrechte verletzen. Das Zeitalter der antiken Sklavenmärkte ist zu Ende. Heutzutage treffen sich Menschen aus aller Welt online, um Spannung und Spaß zu erleben. Beispielsweise bei einer Runde Poker mit echten Gegnern aus aller Welt. Oder sie spielen Roulette am virtuellen Tisch. Ein Vergnügen, das in dieser Form nur im Online-Casino möglich ist.

Sklavenmärkte sind out – Internet-Menschenhandel ist in

Wer nun aber glaubt, die Tages des Menschenhandels wären gezählt, liegt im Irrtum. Er hat sich nur neu verkleidet, um stets die Mittel der aktuellen Zeit zu nutzen. So wurden die bedauernswerten Opfer einst auf Pferdekarren transportiert und später auf (motorisierten) Schiffen oder Lastwägen. Auch der Marktplatz, auf dem sie einst zum Verkauf angeboten wurden, hat sein Gesicht verändert: Er liegt nicht mehr in der Wüste, sondern existiert direkt vor unseren Augen: auf Facebook. Die Gerichtliche Untersuchungskommission für Menschenhandel und Kindesmissbrauch ist also definitiv nicht überflüssig.

Wie man Menschen auf Facebook verkauft

Der Fall erregte großes Aufsehen: Im Sudan wurde ein 17-jähriges Mädchen über Facebook verkauft. Besonders schlimm ist, dass der Verkäufer kein Menschenhändler-Ring, sondern die eigene Familie war. Diese bot den Teenager zur Heirat an. Wie die Zeitschrift „Zambian Observer“ berichtete, habe ein Nutzer namens Kwabena Frimpong Manso ein Bild des Mädchens gepostet. Darunter die Frage, wie viele Kühe die Männer für sie bieten würden. Wie reagiert man auf ein so menschenverachtendes Posting? Es bei Facebook melden? Die Polizei einschalten? Nichts von dem geschah. Stattdessen brach ein regelrechter Bieterkrieg aus. Unter den Teilnehmern befand sich auch David Mayom Riak. Falls Ihnen der Name nichts sagt: Es handelt sich um den stellvertretenden Gouverneur des südsudanesischen Staates Eastern Lakes State. Er gab im Anschluss ein Radio-Interview dazu. Dabei bedauerte er, dass er nicht mehr als 250 Kühe anzubieten hatte. Ihm sei durchaus bewusst gewesen, dass sie minderjährig war. Statt moralischer Bedenken hätten ihn jedoch andere Sorgen geplagt. Die Angst, dass „jemand anders sie ihm wegschnappen würde, wenn er zu lange wartet“. Falls Sie sich an Ebay erinnert fühlen, liegen Sie richtig – nur, dass dort statt Menschen Waschmaschinen und Computer versteigert werden. Am Ende wurde die 17-Jährige an den Geschäftsmann Kok Alat verkauft. Er bot 500 Kühe, außerdem drei Luxusautos sowie 8.500 Euro.

Die Hochzeit fand am 3. November dieses Jahres statt. Auf dem Hochzeitsfoto (das auch auf Facebook gepostet wurde), ist das Mädchen in einem weißen Hochzeitskleid zu sehen. Ihr Gesicht wirkt wie in Stein gemeißelt, im Gegensatz zum breiten Grinsen ihres Ehemannes. Sie ist seine zehnte Ehefrau.

Überraschende Reaktionen der Öffentlichkeit

Wie reagiert die einheimische Bevölkerung auf solche Vorfälle? Wie zu erwarten, löste der Fall heftige Reaktionen aus. Allerdings anders, als man es erwarten würde. So reagierte ein großer Teil der User mit Spott auf die „hässliche Braut“, die wohl keine 500 Kühe wert wäre. Ein schlechtes Investment sozusagen. Dass es noch geschäftsmäßiger geht, zeigt die Einwohnerschaft ihres Heimatbezirkes. Dort beklagt eine Jugendorganisation öffentlich, dass Fälle wie dieser die Preise für Kühe in die Höhe treiben würden. Tatsächlich hätten sich der „Kuh-Kurs“ auf das Dreifache gesteigert. Mittlerweile würde eine Kuh dort 150.000 SSP kosten. Das sind umgerechnet 2.800 Euro. Wie der Leiter der Jugendorganisation gegenüber Radio Tamazuj beklagte, wäre der Brautpreis zu hoch, was sich auf die Jugend auswirken würde. Was ist das für eine Jugendorganisation, die angesichts solcher Vorfälle nur bedauert, dass die Preise für Kühe zu sehr steigen würden?

Facebook und die Loverboys

Facebook und die LoverboysQuelle: Lainformacion.com

Ein weiterer Weg, soziale Netzwerke zum Menschenhandel zu missbrauchen, besteht in der sogenannten „Loverboy-Methode“. Hier kontaktieren junge Männer Mädchen aus ihrem Heimatland. Sie machen die Mädchen Komplimente für ihre Schönheit und Intelligenz. Zudem weisen sie ein auffälliges Interesse an dessen Hobbys auf. In der Regel zeigt sich eine große Übereinstimmung in den persönlichen Interessen. Diese ist nur vorgegaukelt. Wer Facebook-Profile aufmerksam studiert, weiß schnell alles Notwendige über die Zielperson: Welche Filme und Fernsehserien ihr gefallen, welche Hobbys sie hat, wie sie politisch eingestellt ist und vieles mehr. Die ahnungslose Zielperson ahnt von all dem nichts. Sie ist begeistert, dass da ein Junge ist, der so tickt wie sie. Schon bald kommt es zu einem ersten Date. Kurz darauf sind die beiden ein Paar. Ihr Zusammensein verläuft äußerst harmonisch – bis Romeo verkündet, dass er Geldsorgen hat. Natürlich hilft seine Julia ihm aus der Patsche. In der Regel sind es nur kleine Beträge. Sie reichen aus, um zu prüfen, wie hilfsbereit das Opfer ist.

Kurz darauf platzt dann die Bombe: Romeo hat Spielschulden. Wenn er sie nicht rechtzeitig begleicht, werden üble Gesellen ihm schlimme Dinge antun. Der einzige Weg, um dies zu verhindern, besteht darin, dass das Mädchen mit ein paar üblen Gesellen schläft. Diese würden dafür sehr viel Geld bezahlen. Falls Sie denken, dass dies der Moment ist, an dem der Trick auffliegt, liegen Sie falsch: Viel zu viele Mädchen lassen sich darauf ein. Was sie nicht wissen: Sie werden beim Sex mit den anderen gefilmt. Damit besitzt Romeo nun das perfekte Mittel, um seine Julia zu erpressen. Es dauert nicht lange, bis sie ihr weiteres Leben in einem Bordell fortsetzt – die bittere Endstation vieler Mädchen, die nur helfen wollten.

Internet-Menschenhandel ist „Big Business“

Dass solche Geschehnisse keine Einzelfälle sind, zeigt eine Studie der Vereinten Nationen. Diese belegt, dass der Menschenhandel über soziale Netzwerke längst zum Milliardengeschäft geworden ist. Laut der UN bringt der Internet-Menschenhandel alleine in 2016 rund 7 Milliarden US-Dollar eingebracht. Die Zahl der Opfer wird mit 2.500 Menschen angegeben. Der Großteil von ihnen sind Migranten. Die UN nennt die sozialen Netzwerke als Helfer und Unterstützer dieser Form von Kriminalität.

Wie reagiert Facebook?

Den Verantwortlichen bei Facebook sind solche Vorgänge durchaus bekannt. Das soziale Netzwerk distanziert sich in aller Form von dieser Industrie. Wer auf große Unterstützung hofft, wartet jedoch vergebens. So löscht Facebook zwar entsprechende Einträge und sperrt die dazugehörigen Userkonten – allerdings dauert es stets viel zu lang, bis dies geschieht. So ist es nicht ungewöhnlich, dass die Reaktion der Betreiber mehrere Wochen auf sich warten lässt. Bedenkt man, wie gut Facebook seine User kennt, ist dies nicht vertretbar. Im Gegensatz dazu lässt sich eine maßgeschneiderte Werbeanzeige an das passende Publikum im Handumdrehen verschicken. Warum benötigt der Internet-Riese dann so lange, um Verbrecher aufzuspüren? Die Antwort liegt wohl in den Algorithmen, die darauf ausgelegt sind, Hobbys und Interessen zu erkennen. Eine geschäftliche Tätigkeit im (organisierten) Menschenhandel zählt nicht zu den Dingen, über die sich Anzeigen verkaufen lassen. Hier könnten neue Algorithmen eine große Hilfe sein. Die Frage lautet, wie viel Facebook das rechtzeitige Aufspüren (und Einschreiben) in solchen Fällen wert ist – sicherlich lässt sich damit kein Geld verdienen. Andererseits wäre es eine exzellente Werbung für das Unternehmen. Zumindest wäre sie deutlich besser als Nachrichten, in denen davon berichtet wird, dass Facebook erst nach Wochen reagiert hat.

Die Rettung kam über Twitter

Dass sich soziale Netzwerke auch anders nutzen lassen, zeigt ein Fall aus Indien. Dort fiel einem Bahnreisenden eine größere Zahl von weinenden Mädchen im Zug auf. Er verfasste dazu ein Twitter-Posting, und verlinkte es mit dem indischen Eisenbahnministerium. Dieses reagierte prompt – mit dem Ergebnis, dass 26 junge Mädchen gerettet werden konnten. Die Hintermänner wurden von der indischen Polizei verhaftet. Ihr Retter fürchtet seitdem die Rache der Menschenhändler. Die indische Presse reagierte verständnisvoll und verzichtete darauf, seinen wahren Namen zu nennen. Auch sein Twitter-Profil läuft unter einem Pseudonym. Es ist ein Beispiel dafür, wie man soziale Netzwerke nutzen kann, um Verbrechen zu verhindern oder zu stoppen, und gleichzeitig eine gewisse Sicherheit genießen kann.

Der Vorfall zeigt, dass auch Indien nicht von solchen Vorfällen nicht ausgenommen ist. Noch drastischer belegt dies ein Vorfall, bei dem zwei Mädchen über Facebook zur Vergewaltigung angeboten wurden. Ob die Bezahlung auch hier in Kühen erfolgen sollte, ist nicht bekannt. Facebook reagierte mit einem deutlichen Bekenntnis gegen jede Form des Menschenhandels. Allerdings fand auch hier keine praktische Hilfe statt. Die Versteigerung war bereits abgeschlossen.

Nachtrag:

Aktuelle Berichte der UN sprechen mittlerweile von rund 30 Milliarden Jahresumsatz über Internet-Menschenhandel. Dies ist eine gewaltige Steigerung im Vergleich zu den 7 Milliarden aus 2016. Es ist eine schmutzige Branche und sie wächst stetig. Aktuell wird sie nur noch vom Drogen- und Waffenhandel übertroffen. Es bleibt zu hoffen, dass die Zukunft erfreulicher ausfällt.

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